Blickwinkel

Erinnerung. Aufklärung. Konsequenzen.

Seit einem Jahr kämpfen die Familien der neun Anschlagsopfer für Gerechtigkeit. Die vergangenen zwölf Monate waren die schlimmste Zeit ihres Lebens. Und dennoch ist ihr Wille um Aufklärung ungebrochen.

9 Fragen an den Oberbürger­meister

„Wenn ich meine Rolle in diesen Tagen auf mich wirken lasse, erscheine ich mir selbst fremd.
Weil es mir unglaublich erscheint, dass wir diese erste Zeit bewältigen konnten“.
Claus Kaminsky beantwortet neun Fragen, wie er das Jahr nach dem Anschlag in seiner Position als Oberbürgermeister, aber auch persönlich erlebt hat.

Unternehmen

Die Hanauer Unternehmen ALD Vacuum Technologies, Evonik Industries, Goodyear Dunlop, Heraeus, Umicore und die Agentur für Arbeit Hanau machen sich mit einer gemeinsamen Aktion stark für eine Stadtgesellschaft, die für demokratische Auseinandersetzung, Solidarität, Zivilcourage und Akzeptanz vielfältiger Lebensweisen steht. Unter der Koordination der Hanauer Wirtschaftsförderung positionieren sich die Unternehmen am Gedenktag mit einer ganzseitigen Zeitungs-Anzeige und großflächigen Plakaten an den jeweiligen Firmensitzen für Toleranz, Respekt und Vielfalt.

Religions­gemeinschaften

In ihrem Zusammenschluss, dem Runden Tisch der Religionen, suchen die Hanauer Glaubensgemeinschaften stetig den Austausch zwischen den verschiedenen Religionen. In ihrer gemeinsamen Botschaft, die sie anlässlich des Gedenktags formuliert haben, sind sie sich einig: Ein friedliches Miteinander muss unser aller Ziel sein.

Sportvereine

Unter dem Motto „SPORT VEREIN(T) HANAU“ fassen die Hanauer Sportvereine ihre Wertevorstellungen und eine klare Haltung gegen Ausgrenzung, Hass und Intoleranz zusammen. Im Sport zählen einzig der sportliche Wettstreit und nicht die Religion, Hautfarbe oder Herkunft. Dafür engagieren sich täglich Trainer und Übungsleiter in den Vereinen. Sie vermittelten vor allem auch jungen Menschen die Grundlagen für ein faires, gleichberechtigtes Miteinander. Das gemeinsam entwickelte Motto wird in den Hanauer Sportstätten, auf Brückenbannern und T-Shirts zu sehen sein.

Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung

Solidarität praktisch ausüben, aber auch öffentlich sichtbar machen und so ein Bekenntnis gegen den Hass und für ein friedliches Miteinander ablegen – das war in den Wochen nach der Hanauer Terrornacht ein Bedürfnis vieler Bürgerinnen und Bürger, aber auch von Institutionen, Unternehmen, Gewerbetreibenden und Einzelhändlern in der ganzen Region. Plakate in Schaufenstern, Firmenflaggen auf Halbmast und öffentliche Stellungnahmen waren Ausdruck des Entsetzens, der Trauer und des Mitgefühls mit den Angehörigen.

Durch den Beschluss der Stadt Hanau zur Kooperation mit der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ gibt es nunmehr eine weitere Möglichkeit, ein sichtbares Zeichen für Toleranz zu setzen. Der Initiative, die 2018 von hessischen Unternehmern gegründet wurde, haben sich inzwischen zahlreiche Organisationen, Kommunen und Vereine angeschlossen. Autohersteller gehören ebenso dazu wie Sportvereine, Kreditinstitute oder Behörden. Ziel der Initiative ist es, den Gedanken einer offenen und vielfältigen Gesellschaft zu fördern sowie entsprechende Aktionen und Veranstaltungen zu initiieren. So soll zum Beispiel mit den typischen Schildern der Aktion an Laden- und Bürotüren, Firmen- und Schultoren, an Kultureinrichtungen, aber auch an privaten Hauseingängen ein deutliches und sichtbares Zeichen für eine pluralistische und tolerante Gesellschaft gesetzt werden.

In der Brüder-Grimm-Stadt hat sich der evangelische Kirchenkreis Hanau besonders für die in Kassel gegründete Aktion stark gemacht. Auf seinen Vorschlag hin hat sich auch die Landessynode der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck der Initiative angeschlossen.

Viele Hanauer Geschäfts- und Firmeninhaber*innen, aber auch viele Privatpersonen haben bereits ein Türschild. Sollten auch Sie ein Türschild der Aktion „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ aufhängen wollen, melden Sie sich gerne unter der Rufnummer 06181 – 295891 (Montag-Mittwoch, 9 bis 16 Uhr) oder schreiben eine Email an fachstelle.vielfalt@hanau.de. Nach Aufhebung der Pandemie-Beschränkungen sollen die Schilder auch in den Hanauer Einzelhandelsgeschäften verteilt werden.

Kunst

Kollektiv ohne Namen

Das Wandgemälde an der Frankfurter Friedensbrücke

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Kunstwettbewerbe

weitere Infos
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BRÜDERLEIN & SCHWESTERLEIN

Wenige Tage nach dem rassistischen Anschlag in Hanau kam es zu einer folgenschweren Verwechslung. Eine Zeitung hatte das Foto eines Wohnhauses in Hanau veröffentlicht und es als das Anwesen des Attentäters bezeichnet. Es war aber das falsche Haus. In Folge wurde das fälschlicherweise bezichtigte Anwesen belagert und die Hausfassade mehrfach mit Farbe und Sprüchen beschmiert. Um weiterem Vandalismus entgegenzuwirken, machte der Künstler Marcel Walldorf die beschmierte Hausfassade zu seiner Leinwand. Er schuf für die Bewohner des Hauses und die ganze Stadt Hanau ein zeitloses Statement gegen Menschenfeindlichkeit.

Demokratie (er)leben in Hanau

Hanau ist eine weltoffene Stadt, in der Menschen seit Jahrhunderten und aktuell aus 160 Nationen zusammen leben. Diese Vielfalt ist eine Quelle des sozialen Zusammenhalts und des kulturellen Reichtums. Besonders nach dem rasisstischen Terroranschlag am 19. Februar 2020 steht die Stadt in der Pflicht, den sozialen Zusammenhalt aller in Hanau lebenden Kulturen zu stärken und jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenzutreten. Seit 2019 gibt es das Bündnis der „Partnerschaft für Demokratie Hanau“, das sich mit jährlich wechselnden Schwerpunkten gegen Rechtsextremismus und für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander in Hanau einsetzt. Wir wollen die Stadtgesellschaft stärken und Prozesse zur Demokratieentwicklung anstoßen, weil wir fest davon überzeugt sind, dass es sich lohnt für unsere Demokratie zu kämpfen.

Anteilnahme

Ansprache der Schulleitung

 

Erinnern braucht Zukunft

 

Hanau steht zusammen

 

Zeitzeugenprojekt

Am 19. Februar 2020 wurde in Hanau ein verheerender Anschlag verübt. Neun Menschen wurden aus dem Leben gerissen, hinterließen trauernde Familien und eine besorgte Stadt.
Hanau ist nicht der erste rassistische Mord in Deutschland. Hoffentlich aber der letzte. Wir fordern: So etwas darf nie wieder passieren! So auch der Titel unseres Kurzfilms, den wir Ihnen heute präsentieren möchten.
In Gedenken an die Opfer von Hanau und alle Opfer von Rassismus und Islamfeindlichkeit.
Erstellt von: Islamische Verein Hanau e.V., Islamrat für das Land Hessen, Muslimischen Arbeitskreises Hanau e.V.

Ein Jahr ist es nun her, dass am 19. Februar 2020 Hanau durch den Amoklauf eines Einzelnen tief getroffen wurde. Neun Opfer wählte er wahllos aufgrund ihres Aussehens und ihrer Abstammung aus. Danach tötete er die eigene Mutter und richtete schließlich sich selbst. Seitdem trägt die Stadt Wunden in sich. Menschen, die trauern, versuchen wieder lebensfähig zu werden. Menschen, die nach Antworten suchen, fühlen sich mit ihren Fragen alleine gelassen. Aber es gibt auch Menschen, denen dieses Thema mittlerweile zu viel geworden ist. Und über all diesen Gefühlen von Wut, Ohnmacht und Schuld schwebt die Frage nach dem „Warum?“. Es ist die Botschaft des Nagelkreuzes, Versöhnung zwischen den Menschen zu stiften, bzw. diesen Gedanken mit ins Gespräch zu bringen. Und Versöhnung ist mehr als ein Pflaster. Versöhnung bedeutet (in Hanau), mit Narben vorbehaltlos einer besseren Zukunft entgegegen zu gehen. Dieses Anliegen teilen wir mit den verschiedenen Nagelkreuzzentren quer durch Deutschland. Einzelne berichten davon in diesem Gedenkvideo, in dem auch der Vorsitzende der Nagelkreuzgemeinschaft Herr OKR Dr. Oliver Schuegraf unsere Arbeit kurz vorstellen wird.

Wallonisch-Niederländische Kirche Hanau

Vor einem Jahr, am 19. Februar 2020, erschoss ein Mann in Hanau 9 Menschen und tötete anschließend seine Mutter und sich selbst. Alle Opfer waren Hanauer. Die meisten von ihnen hatten einen Migrationshintergrund. Die Bundesanwaltschaft attestiert dem psychisch gestörten Täter eine zutiefst rassistische Einstellung. Am Jahrestag des Verbrechens wird der Opfer in Hanau gedacht. Unter anderem mit einem Gebetsabend, organisiert von der Evangelischen Allianz Hanau und der FEG HanauMike Raven ist der Vorsitzende der Evangelischen Allianz Hanau. Er nennt die wichtigsten Anliegen ihrer Gebete: „Wir beten für die Betroffenen, für Trost, inneren Frieden und Versöhnung. Und wir beten für die Einheit und Seele der Stadt.“