Hintergründe

19. Februar 2020 –
Eine Chronologie

Der 19.02.2020 markiert den dunkelsten Tag in Friedenszeiten für die Stadt Hanau. Der Anschlag hat das Leben der Menschen in Hanau verändert und eine Vielzahl von Ereignissen nach sich gezogen. Lesen Sie hier die Chronologie der Monate nach dem Anschlag bis heute.

Zur Chronologie

Der
19. Februar 2020 –
Eine Chronologie

Februar 2020 markiert den dunkelsten Tag in Friedenszeiten für die Stadt Hanau. Der Anschlag hat das Leben der Menschen in Hanau verändert und eine Vielzahl von Ereignissen nach sich gezogen. Lesen Sie hier die Chronologie der Monate nach dem Anschlag bis heute.

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Zuhören ist Gold

Ein Gespräch mit Andreas Jäger, Opferbeauftragter der Stadt Hanau

Andreas Jäger ist seit Juni 2020 der Opferbeauftragte der Stadt Hanau. Die Familien der neun Opfer stehen in seinem Fokus. Aber auch für alle anderen Hanauer, die von dem Anschlag betroffen sind, bildet Andreas Jäger die Schnittstelle ins Rathaus und zu Hilfsangeboten. Zudem leitet er seit dem 1. Januar 2021 die neu geschaffene Fachstelle Vielfalt, ein Projekt mit Blick nach vorne.

zum Interview

Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Der 19. Februar 2020 hat sich tief eingegraben in unser Gedächtnis. Ein Jahr nach den brutalen Morden in Hanau sind wir heute wieder hier beisammen, um der furchtbaren Ereignisse zu gedenken – aber vor allem, um der Opfer zu gedenken. Um ihre Namen zu nennen, ihre Namen zu erinnern und nie zu vergessen.

Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel

Wir alle, die wir hier in Deutschland friedlich miteinander leben wollen, stehen geeint gegen den Hass der Rassisten. Vor dem Jahrestag der Morde von Hanau erinnert Bundeskanzlerin Angela Merkel im Video an die Opfer.

Ansprache von Ministerpräsident Volker Bouffier

Unser oberstes Ziel ist es, gemeinsam fortwährend gegen Hass und Hetze zu kämpfen und uns den Feinden unserer Demokratie entschieden entgegenzustellen. In unserer Gesellschaft darf kein Platz für Menschen sein, die Gewalt und Rassismus verbreiten – der schreckliche Anschlag von Hanau wird uns immer Mahnung dafür sein.

Podcast 190220 – Ein Jahr nach Hanau

Am 19. Februar 2020 erschießt ein Mann in Hanau aus rassistischen Motiven neun junge Menschen. Journalistin Sham Jaff und Reporterin Alena Jabarine machen sich in diesem Podcast auf die Suche nach einer Antwort.

Heiko Schneider: Mein Hanau kämpft um sein
Selbstverständnis als weltoffene Stadt

Quelle: Hessischer Rundfunk // Heiko Schneider

Die momentanen Gedenkstätten

Erinnerung und Mahnung

Das geplante Mahnmal für die Opfer des Anschlages vom 19. Februar 2020

Die Erinnerung festhalten und öffentlich sichtbar machen. Die Erinnerung an Schmerzhaftes ebenso, wie an Beglückendes – das ist wohl der Sinn von öffentlichen Denkmälern in der heutigen Zeit. Nicht zuletzt dienen sie auch der Selbstvergewisserung einer Gesellschaft, dem Bekenntnis dazu, wo und wofür sie steht.

Wie stark zum Beispiel das Brüder-Grimm-Denkmal auf dem Neustädter Markt das Bewusstsein der Hanauerinnen und Hanauer prägt und zum Symbol ihrer Stadt geworden ist, wurde in den Tagen nach der Terrornacht des 19. Februar deutlich. Nicht nur an den Tatorten, sondern eben auch zu Füßen der beiden in Hanau geborenen Brüder wurden spontan Blumen und Kerzen aufgestellt. Die Brüder Grimm, die mit ihren gesammelten Märchen die Hoffnung auf eine bessere Welt festhalten, die sich gegen Willkür eingesetzt und mit ihrer Sprachforschung ein einigendes Band geschlungen haben, waren quasi zum Gegenentwurf des Hasses geworden, der sich in der Nacht zum 19. Februar offenbart hatte.

Einig ist man sich in Hanau darüber, dass an die Stelle dieses „Provisoriums“ ein eigenständiges Mahnmal für die Opfer treten soll. Inzwischen hat die Stadt gemeinsam mit den betroffenen Familien Gedenktafeln an den beiden Tatorten aufgestellt. Unabhängig davon soll es ein gemeinsames Denkmal geben, das nicht nur an die Ermordeten erinnert, sondern auch ein Bekenntnis gegen Hass und Gewalt, für Toleranz und ein friedliches Miteinander sein soll.

Die Stadt Hanau hat deshalb einen künstlerischen Wettbewerb ausgeschrieben. Um die Kreativität der Künstler*innen nicht einzuschränken, gab es dabei weder Vorgaben hinsichtlich der Gestaltung, des verwendeten Materials oder des Standortes. Wie intensiv die Terrornacht von Hanau die Menschen bewegt hat, zeigen insgesamt 118 eingereichte Vorschläge von Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt. Aus diesen werden coronabedingt im April bzw. Mai 2021 durch einen Fachbeirat und eine Jury der Angehörigen sieben bis zehn Bewerber*innen ausgewählt, die ihre Entwürfe konkretisieren und ein Modell erstellen sollen. Die Modelle werden dann der Öffentlichkeit präsentiert und von dieser diskutiert. Unter Einbeziehung dieser Debatten wird die Jury eine Empfehlung aussprechen zur Realisierung. Die endgültige Entscheidung obliegt den politischen Gremien Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hanau.

Zweifellos werde es in diesem Prozess zu kontroversen Diskussionen kommen, aber das sei durchaus erwünscht. Die Einbeziehung der Opferfamilien sowie der Hanauer Bürgerinnen und Bürger ist ausdrücklicher Wille von Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die breite Diskussion sei Teil der Aufarbeitung der Tat, so der OB. „Im besten Fall identifizieren sich nach diesem gemeinsamen Diskurs sowohl die Opferangehörigen als auch weite Teile der Hanauer Stadtbevölkerung mit der Gestaltung dieses Mahnmals“, so der Wunsch des Oberbürgermeisters.

Stilles Gedenken der Stadt­­verordneten­­versammlung

Rede von Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck zum Gedenken an die Opfer des Attentats vom 19.2.2020 in der Stadtverordnetenversammlung am 08. Februar 2021

Zur Rede